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Unersetzlich für die Freiarbeit nach Montessori-Pädagogik

Maria Montessori war nicht nur eine der ersten Italienerinnen, die ein Medizinstudium in Italien erfolgreich absolvierten, sondern in erster Linie auch die Begründerin der Montessori-Pädagogik.

Mit diesem durchaus revolutionären Bildungskonzept einhergehend wurden so zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch Kinderhäuser und Montessori-Schulen gegründet und errichtet, die auch mit Montessori-Material ausgestattet waren.

Im Mittelpunkt der Montessori-Pädagogik steht die Freiarbeit, welche es den Kindern ermöglicht, sich für ein Lernmaterial frei zu entscheiden. Natürlich werden diese dabei auch von ausgebildeten Pädagogen begleitet, geleitet und gefördert – grundlegend entscheiden allerdings in diesem offenen Unterricht die Kinder selbst, womit sie sich beschäftigen möchten.

Montessori Material im Überblick

Entscheidend ist dabei, dass ein passendes Umfeld (Kinderhaus, Montessori-Schule) geschaffen wird, welches auch altersgerechte Montessori-Materialien zur Verfügung stellt. Diese sollten die Kinder nicht überfordern und trotzdem hin zur Eigenständigkeit führen. Ein zentrales Merkmal der Montessori-Pädagogik sowie des Montessori-Unterrichts ist somit das Montessori-Lernmaterial.

Um den Wert und die Einsatzmöglichkeiten von Montessori-Materialien verstehen zu können, ist auch ein gewisses Grundwissen rund um die Montessori-Methode hilfreich. Somit skizzieren wir in der Folge kurz den Werdegang von Maria Montessori und erläutern das Wesen der Montessori-Pädagogik sowie des Offenen Unterrichts bzw. der Freiarbeit.

Maria Montessori (1870 – 1952)

Die Italienerin Maria Montessori war eine der ersten Ärztinnen Italiens, ihre Promotion wird in das Jahr 1896 datiert. Zuvor erlangte sie bereits einen Hochschulabschluss im Fach Naturwissenschaften. Dieser Erfolg war von vielen Widerständen begleitet, davon ließ sich Maria Montessori allerdings nicht beirren. Sie arbeitete in weiterer Folge als Assistenzärztin an mehreren Kliniken und eröffnete auch eine eigene Praxis. Von nun an widmete sich Maria Montessori auch verstärkt ihren eigenen Forschungen und entwickelte ihre anthropologisch-biologische Theorie, zudem setzte sie sich vermehrt mit neuropsychiatrischen Grundlagen auseinander, die letztendlich auch das Fundament ihrer praktischen Experimente und Pädagogik in den Kinderhäusern bildeten.

Die Kinderpsychiatrie als Schlüsselerlebnis

Entscheidend für den Werdegang Maria Montessoris war mit Sicherheit auch ihre Assistenz in der psychiatrischen Klinik in Rom während ihrer Studienzeit. Hier wurde sie mit dem teils würdelosen Leben geistig behinderter Kinder konfrontiert, was letztendlich dazu führte, dass Maria Montessori sich zum einen auf das Fachgebiet der Kinderheilkunde spezialisierte, zum anderen aber auch in diesem Bereich forscherisch tätig wurde. Montessori erkannte, dass geistig behinderte Kinder nicht medizinisch, sondern in erster Linie pädagogisch betreut werden mussten. Hieraus resultierte auch die Forderung nach einer speziellen, schulischen Einrichtung – dieser Forderung wurde 1899 nachgekommen: Das Heilpädagogische Institut (Scuola magistrale Ortofrenica) wurde gegründet, Maria Montessori über nahm zwei Jahre lang dessen Leitung und entwickelte in dieser Zeit entsprechende Unterrichtsmaterialien.

Weitere Studien, Forschungen und das erste Kinderhaus

Im Anschluss daran belegte Maria Montessori erneut verschiedene Studienrichtungen (Anthropologie, Psychologie, Erziehungswissenschaften) und führte ihre Untersuchungen und Forschungen fort. Im Jahr 1907 öffnete die „Casa dei Bambini“ (Kinderhaus) ihre Pforten für Kinder aus sozial schwachen Familien. Hierbei handelte es sich um eine Art Tagesstätte für geistig gesunde Kinder.

Die Montessori-Methode und -Erziehung

Die heute als Montessori-Pädagogik bekannte Lehr- und Erziehungsform basierte aber auch zum Teil auf einem Zufall, der wohl so nicht von Maria Montessori geplant oder beabsichtigt war. Die Kinder des Kinderhauses wurden mitunter mit Lernmaterialien konfrontiert, die zunächst für geistig behinderte Kinder erdacht waren. Montessori stellte fest, dass diese Hilfsmittel auch geistig gesunde Kinder in jungen Jahren fesselten und ihrer Entwicklung förderten.

Nach und nach resultierte aus dieser nun experimentellen Forschung eine Methode, ein neuer Lehransatz, welche als „Il metodo della pedagogia scientifica“ 1909 in die Geschichte eingehen sollte. Diese erste Fassung wurde laufend von Montessori erweitert und bereits 1916 um ein zweites Werk ergänzt: L’autoeducazione. Dieses widmete sich der Erziehung der Kinder und ist noch heute die Grundlage aller Montessori-Einrichtungen.

Die Montessori-Pädagogik – Freiarbeit und offener Unterricht

Das von Maria Montessori entwickelte und erdachte Bildungskonzept deckt eine sehr lange und zentrale Zeitspanne im Leben eines jeden Menschen ab: Vom Kleinkind bis hin zum jungen Erwachsenen. Zentrale Elemente dieser Montessori-Pädagogik sind dabei der sogenannte „Offene Unterricht“ und die daraus resultierende „Freiarbeit“.
Im Zentrum steht dabei auch der folgende Leit- oder Grundgedanke: „Hilf mir, es selbst zu tun.“

Philosophie der Montessori-Pädagogik

Von zentraler Bedeutung ist also das Eigeninteresse des Kindes, die Eigenmotivation, etwas Lernen zu wollen. Dem Zugrunde liegt die Motivation der Kinder, selbst auch Teil des Erwachsenenlebens sein zu können, ebenso auch die natürliche Neugierde und Faszination etwas Neues zu erlernen und kennenzulernen. In der Montessori-Pädagogik sind somit traditionelle Lern- und Lehrstandards unerwünscht, zudem werden Belohnungen und Strafen als nachteilig für die innere Einstellung der Kinder betrachtet (diese würden die natürlich vorhandene Motivation zu Lernen nachhaltig beschädigen und untergraben).

Entscheidend ist hierbei auch, dass die Kinder selbst ihren Lernrhythmus, ihr Lerntempo, finden und eine eigenständige Lernmethode entwickeln. Diese Form des Offenen Unterrichts, in welcher die Kinder selbst entscheiden, womit sie sich beschäftigen, bedarf natürlich auch einer pädagogischen Betreuung. Montessori-Pädagogen wirken dabei in erster Linie unterstützend und motivierend und versuchen Interessen und vorhandene Stärken und Begabungen zu fördern.

Ein wesentliches Merkmal ist dabei auch die sogenannte Freiarbeit. Montessori-Kinder wählen Tag für Tag selbst, womit sie sich frei beschäftigen möchten. Zur Auswahl stehen verschiedenste Lehrmittel, die grob fünf Lernbereichen zugeordnet sind. Üblicherweise wird in Montessori-Einrichtungen und Schulen das Montessori-Material auch nur in einfacher Ausführung je Klasse oder Lehrgruppe angeboten. Dies führt dazu, dass diese Kinder lernen, sich untereinander zu arrangieren und nebenbei auch noch wichtige, soziale Kompetenzen erwerben.
Sollte allerdings ein Kind immer und immer wieder ein und dasselbe Lernmaterial wählen, werden die Montessori-Pädagogen darauf eingehen. Dem Kind werden andere Lernmaterialien vorgeschlagen und nähergebracht, zudem wird ergründet, warum beispielsweise Mathematik- oder Sprachmaterial systematisch gemieden wird. So können die Montessori-Pädagogen erkennen, welche Vorbehalte, Ängste oder Probleme gegenüber bestimmten Montessori-Materialien bestehen und dazu beitragen, dass diese abgebaut werden. Die Kinder werden so dazu motiviert, bisher verweigerte Bereiche von sich aus in Angriff zu nehmen – dies ist wohl die bestmögliche Voraussetzung, um auch ungeliebte Themenbereiche zu erschließen und zu erlernen.

Das Montessori-Material

Das hier vorgestellte und besprochene Montessori-Material richtet sich in erster Linie an Kleinkinder und Vorschulkinder im Alter von etwa 3 – 6 Jahren. Dabei drängen sich zunächst natürlich zwei Fragen auf: Was genau ist Montessori-Material und was unterscheidet Montessori-Material von herkömmlichen Kindergarten- oder Schulmaterialien? Darüber hinaus: Welchen Nutzen kann dieses bieten?

Was ist Montessori-Material?

Einfach formuliert kann Montessori-Material als Lehr- oder Lernmaterial für Kinder bezeichnet werden, welches es in verschiedenen Ausprägungen, mit unterschiedlichen Lerninhalten für Kleinkinder und Kinder im Vorschulalter gibt. Wie bereits in den vorangegangen Abschnitten erläutert, basieren diese auf den Forschungen von Maria Montessori und kommen in Form eines Offenen Unterrichts, in Freiarbeit zum Einsatz.

Grob lässt sich das Montessori-Material auch in fünf verschiedene Lernbereiche unterteilen, die wie folgt lauten:

1. Mathematikmaterial
2. Sprachmaterial
3. Material zur kosmischen Erziehung
4. Sinnesmaterial
5. Übungen des täglichen / praktischen Lebens

Hinzu kommen außerdem Montessori-Materialien, die dem eigenständigen Bereich „Übungen der Stille“ zuzuordnen sind.

Diese Lernbereiche lassen sich aber noch feiner in Unterkategorien unterteilen, welche wir hier gesondert präsentieren. Zur besseren Verständlichkeit sei hier der Lernbereich Kosmische Erziehung angeführt, welcher noch in die Kategorien Physik, Religion, Biologie, Erdkunde und Chemie aufgegliedert werden kann. Grundsätzlich sollte Montessori-Material als im wahrsten Sinne des Wortes „Begreifbares“ Lernmaterial betrachtet werden – einige Exemplare haben wir für Sie bereits unter die Lupe genommen und informativ aufbereitet.

Was unterscheidet Montessori-Material von herkömmlichen Lernmaterialien?

Hierbei sollte zwischen Material für Kleinkinder und Vorschulkinder unterschieden werden. Montessori-Material für Kleinkinder dient im Allgemeinen der Verbesserung diverser habtischer Fertigkeiten, fördert die Konzentration der Kinder und verbessert die Auge-Hand-Koordination. Nebenbei werden Fertigkeiten vermittelt, die beispielsweise für das Erlernen des Schreibens notwendig sind. Dieses Montessori-Material könnte durchaus auch mit klassischem Lernspielzeug verglichen werden, welches wohl nicht zuletzt auch basierend auf den Beobachtungen und Forschungen von Maria Montessori entwickelt wurde.

Vorschulkinder wiederum werden mit Montessori-Material konfrontiert, welches diese auf den unmittelbar bevorstehenden Schuleintritt vorbereiten wird. Dabei werden bereits erlernte, vor allem feinmotorische Fertigkeiten, aber auch Wissen, vertieft und neue Elemente hinzugefügt. So erlernen Kinder hier etwa sprachliche Kompetenzen, die Fertigkeit zu Schreiben oder konfrontieren sich selbst mit einfachen Grundrechenarten. Die Bandbreite an Montessori-Lernmaterial deckt durchaus jenen des allgemein gültigen Lehrplanes ab; allerdings erfolgt die Wissensvermittlung außerhalb von fixen Schulstunden, Lehrplänen oder Schulbüchern.

Welchen Nutzen bietet Montessori-Material?

Diese Frage lässt sich am besten mit dem bereits erwähnten Leitgedanken beantworten: „Hilf mir, es selbst zu tun.“ Kinder können sich mit Hilfe von Montessori-Material selbst Fertigkeiten und Wissen vermitteln, welche erforderlich sind, um das Leben meistern zu können. Dabei treibt sie nicht nur ihre Neugierde und ihr Entdeckergeist an, sondern auch ihr Ehrgeiz, ihren Vorbildern (den Erwachsenen) nachzueifern und Vieles gleichzutun.

Konkret sind etwa folgende Vorteile erwähnenswert:

  • Altersgerechte Wissensvermittlung
  • Schulung der Feinmotorik
  • Schulung der Auge-Hand-Koordination
  • Freiarbeit nach eigenen Interessen
  • Förderung von Interessen und Begabungen
  • Kinder lernen was sie wollen, wann sie es wollen – mit Freude
  • „Begreifbares“ Lernmaterial
  • Soziale Kompetenzen im Umgang mit Anderen

Wo kann Montessori-Material verwendet werden?

Natürlich macht es Sinn, dass Montessori-Material auch in einem Montessori-tauglichen Umfeld zum Einsatz kommt. Also in Einrichtungen mit Montessori-Pädagogen, die nach den entsprechenden Leitsätzen eingerichtet sind.

Speziell das Montessori-Material eignet sich aber auch für den privaten Gebrauch. Allerdings sollten auch hier die Montessori-Grundsätze eingehalten werden, wie etwa: Das Kind entscheidet

  • wann es lernt!
  • was es lernt!
  • wie es lernt!
  • wo es lernt!

Abschließend, da Sie nun mit den wichtigsten Grundsätzen und Leitmotiven der Montessori-Pädagogik vertraut sind, wünschen wir Ihnen viel Vergnügen beim Stöbern in den unterschiedlichen Kategorien und beim Kennenlernen der einzelnen Montessori-Materialien!